Gymnasium Oberwil

Mit dem Strom schwimmen

«Mit dem Strom schwimmen» mit Motiven aus «Jugend ohne Gott»

Vom 2. bis 6. September 2025 führte die «Theatergruppe Gym Oberwil» in der Aula unserer Schule das Stück «Mit dem Strom schwimmen» auf, eine neu geschriebene Adaption des «Jugend ohne Gott»-Stoffes nach dem Roman von Ödön von Horváth (1937) und dem gleichnamigen Film von Alain Gsponer (2017). Die Schüler:innen des Kultur-Vermittlungsprojekts «Theater» arbeiteten seit anfangs Schuljahr 2024/2025 unter der Leitung von Hannes Veraguth und in enger Zusammenarbeit mit den professionellen Theaterschaffenden Marie-Louise Hauser und Martin Hahnemann an dieser grossen Theaterproduktion.

 

«Jugend ohne Gott» von Ödön von Horváth und teilweise auch unsere Adaption «Mit dem Strom schwimmen» (Autoren: Julia Ohm und Hannes Veraguth) erzählen die Geschichte eines Lehrers aus dem Deutschland der Dreissigerjahre, der in einer von nationalistischer und rassistischer Ideologie geprägten Gesellschaft lebt. Die spannende, immer wieder an einen Kriminalroman erinnernde Handlung nimmt eine dramatische Wendung, als im Zeltlager, das zum Krieg erziehen soll, ein Schüler ermordet wird.

 

Das Stück «Mit dem Strom schwimmen» ist ein Jugendstück, in dem nicht mehr ein Lehrer im Zentrum steht, sondern die Schüler:innen. In einem Assessment-Camp der «Rowald»-Eliteschule», wo gemeinsam jede und jeder für sich für die Selbstoptimierung und alle gegen die anderen kämpfen, wird eine Schulklasse zu «Material» geformt für die Gesellschaft, die sich vom ineffizienten Sozialstaat befreit hat und alle Kräfte in die entfesselte Maschine des Wirtschaftsliberalismus wirft, in der die Gewinner alles bekommen, die Verlierer nichts und wo sich das Gesetz des Stärkeren durchsetzt.

 

Formal wird «Mit dem Strom schwimmen» auf zwei Ebenen erzählt: Einerseits wird die Rowald-Eliteschule gezeigt und andererseits spielen die Eliteschüler:innen selbst Theater im Theater: Sie spielen mit Halb-Masken Ausschnitte aus dem Roman «Jugend ohne Gott» von Horváth. Die Zuschauer:innen erleben so immer wieder Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der nationalsozialistischen Zeit und einer Dystopie in vielleicht gar nicht so ferner Zukunft. Wollen wie diese Zukunft? Noch ist es nicht zu spät, das Steuer herumzureissen.

 

Die «Theatergruppe Gym Oberwil» setzt sich mit dieser Produktion einmal mehr mit einem Klassiker der neueren Literaturgeschichte auseinander und bietet den beteiligten Schüler:innen eine Plattform für künstlerische Entfaltung und persönliches Wachstum.

 

Regie: Hannes Veraguth; Schauspielcoaching und Co-Regie: Marie-Louise Hauser, Martin Hahnemann; Autorin und Co-Regie: Julia Ohm; Bühnenbild: Lukas Müllner; Kostüme: Natalya Goldbach und Ella Krummen; Maske: Tamara Wagner; Musik: Matthias Neugebauer; Produktionsleitung: Stefan Toth; Mitarbeit: Patrick Deslarzes. u.v.a.m.

 

Aufführungen:

Di., 2. September 2025, 20:00

Mi., 3. September 2025, 20:00

Do., 4. September 2025, 20:00

Fr., 5. September 2025, 20:00

Sa., 6. September 2025, 20:00

 

 

Tickets:

Bestellung über Eventfrog: https://www.eventfrog.ch/theatergruppegymoberwil

Schüler:innen, Student:innen CHF 10.–
Erwachsene CHF 20.–
Gönner:in CHF 35.–

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