Gymnasium Oberwil
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Die Theatergruppe Gym Oberwil hat eine lange Tradition. Bis 2014 hat der Germanist und Regisseur Kaspar Geiger über 25 Jahre eine Theatertradition begründet und gepflegt, die sogar überregional bekannt geworden ist. Diese wird leicht modifiziert weitergeführt. Seit 2015 besteht die Theatergruppe Gym Oberwil aus den Freifächern "Theater" unter der Leitung von Hannes Veraguth (Germanist und Regisseur) und "Bühnentechnik & Eventmanagement" unter der Leitung von Stefan Toth (Biologe und Theaterschaffender) . Beide Freifächer stehen allen Jahrgängen und Abteilungen (Matur und FMS) offen und arbeiten eng zusammen. Jedes Jahr realisieren die Schülerinnen und Schüler beider Freifächer ein Theaterprojekt und präsentieren es an vier Abenden der Öffentlichkeit.



 

Die Qualität der Aufführungen ist seit Jahren sehr hoch und wurde in der Vergangenheit verschiedentlich honoriert (2005: Aufführung „Die Räuber“ am Jugendtheatertreffen Berlin; 2008: Gewinner „Theateroskar“ Schülertheatertreffen Zürich mit „Orestie“; 2009 Final Schülertheatertreffen Zürich mit „Viel Lärm um nichts“; diverse gute Rezensionen regionaler Zeitungen). Dies ist einerseits durch das enorme Engagement der Schülerinnen und Schüler, anderseits durch unser bewährtes Konzept, mit Profis aus der freien Szene zusammen zu arbeiten, zurück zu führen. So wird das Spiel der Schülerinnen und Schüler in einen professionellen Rahmen gestellt, d.h. es werden je nach Projekt z. Bsp. Kostüme, Maske, Bühnenbild, Grafik, Lichtdesign, Musik und / oder Tanz von professionellen, freischaffenden Künstlern gestaltet resp. geleitet. Seit 2015 arbeiten eine Schauspielerin und ein Schauspieler als Schauspiel-Coaches mit. Die Erfahrung zeigt, dass durch Theaterprojekte, wie sie am Gymnasium Oberwil stattfinden können, alle Beteiligten ganz Wesentliches lernen und lebenslange positive Erinnerungen mitnehmen. Die vielen Eindrücke und Erfahrungen, welche die Schülerinnen und Schüler während der intensiven Probe- und Aufführungszeit machen, geben der ganzen Gruppe zudem einen besonderen Zusammenhalt.

Barbaren - frei nach Philipp Löhle

Die Theatergruppe Gym Oberwil präsentiert "Barbaren"

 

Aufführungen (Aula Gym Oberwil):

Do, 2. Mai, 20:00 (Premiere)
Fr, 3. Mai, 20:00
Sa, 4. Mai, 20:00
So, 5. Mai, 19:00

 

Reservationen über theater(at)gymoberwil.ch oder an 061 552 18 18

 

Eintritt: Erwachsene: 20 CHF, Schüler*innen 10 CHF

Flyer

«Barbaren» – Die Handlung

Die Theaterproduktion «Barbaren» erzählt die spannende, witzige und gruslige Geschichte von zwei typischen Pärchen unserer modernen Wohlstandsgesellschaft, die vor einem schier unlösbaren Problem stehen: dem «Fremden» vor der eigenen Haustür – doch ist er überhaupt ein richtiger Fremder? Ist er ein richtiger Flüchtling? Ein schwarzer, brauner oder gelber? Und wenn ja, woher? Und was will der? Einen Sprachkurs? Eine heisse Dusche? Endlich auch mal Ultra High Definition – Fernsehen gucken?


In einer Rahmenhandlung unterhalten sich Schülerinnen und Schüler des Gym Oberwil im Foyer über Schulstress, Lust und Frust; über Gerüchte, Intrigen und Mobbing und spinnen das tägliche Netz von unterhaltsamen Vorurteilen und harmlosen und bösen Fake News.


Von Zeit zu Zeit springen ein paar Schüler/-innen direkt aus den Schul-Alltagsszenen auf die schwarz-weisse Theaterbühne und spielen die unerhörte Geschichte nach, von der sie zwar nur gehört haben, die sich aber ungefähr wohl ziemlich genau so abgespielt haben könnte. Oder etwa nicht?


So schlüpfen unterschiedliche Spieler/-innen immer wieder und in wechselnden Kombinationen in die Rollen der zwei Paare Barbara und Mario sowie Linda und Paul, die in exakt gleich geschnittenen Appartments nebeneinander wohnen. Es sind zwei Paare aus dem Milieu der politisch korrekten Prosecco-Trinker, Milchaufschäumer und Mülltrenner, und sie machen Smalltalk auf Teufel komm raus. Dann klopft der Fremde an die Tür und kitzelt in Männern und Frauen Ängste und Schuldgefühle wach, unterdrückte Ressentiments und Lüste. Barbara und Mario wohnen schon etwas länger im Mehrfamilienhaus und kennen ein Geheimnis, Paul und Linda sind erst gerade eingezogen. Alle vier sind keine geifernden Fremdenhasser, sondern normale Mitteleuropäer, die fair gehandelte Bananen kaufen, aber dann auch finden: Was genug ist, ist genug. Und überhaupt: «Warum haben die Europäer das Pferd gezähmt und die Afrikaner nicht?» Die Männer unterhalten sich über Flachbildschirme, die Frauen über Yoga, und Barbara sorgt mit ihrer «Gutmenschenscheisse» ab und zu für Eklats, aber sie meint es nicht so.


Und dann gibt es im Theaterabend «Barbaren» noch den «Heimatchor»: Der Chor der nur akustisch anwesenden Stimmen schafft sich ein identitätsstiftendes WIR-Gefühl, indem er sich gegen die ANDEREN abgrenzt: «Alle wollen haben, was WIR haben / WIR können nicht noch mehr abgeben / WIR lieben Kontrolle / WIR sind hier / Alles, was recht ist, gehört uns.»


Und natürlich geschieht dann etwas. Und noch etwas. Und es wird richtig spannend. Mehr darf hier nicht verraten werden.

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